Hier ein Auszug aus dem Abnahmegutachten von dem Orgelsachverständigen Hans-Jürgen Wulf:
Die neue Quathamer-Orgel steht als seitenspieliges Instrument in der Orgelkammer. Die aus den besonderen Bedingungen herrührenden konstruktiven, orgelbautechnischen Aufgaben(Einstieg, Zugänglichkeit, Stimmbarkeit, Raumkontakt des Spielers...) wurden überzeugend gelöst.
Die relativ geringe Grundfläche führte nicht zu falschen Kompromissen bei der Planung des Instrumentes. Es entstand in der Tradition des kunsthandwerklichen Orgelbaus in massiver selbstragender Holzkonstruktion.
Die gewählte Disposition ergibt eine bei dieser Orgelgröße ungewöhnlich große klangliche Vielseitigkeit. Es ist OBM Quathamer hervorragend gelungen, die Orgel intonatorisch sensibel an den Raum und die nicht einfachen akustischen Verhältnisse anzupassen.
Die Klangfarben der einzelnen Register sowie deren Mischungsfähigkeit wurden überaus charakteristisch und ausgeglichen herausgearbeitet. Der Verzicht auf eine weitgehende Vorintonation in der Werkstatt und die daraus resultierende Mehrarbeit hat sich ausgezahlt.
Der Gesamtklang ist sehr homogen, tragfähig und dem Raum angemessen. Die ungleichstufige Temperatur nach Neithard (1729) unterstützt die außergewöhnlich inspirierende Farbigkeit des Klangbildes.
Disposition
I.Manual Hauptwerk
Tonumfang C-f''' (54 Töne)
1.Rohrflöte 8'
40% Zinn mit zugelöteten Deckeln
2.Prinzipal 4'
85% Zinn im Prospekt
3.Salizional 8'
70% Zinn
4.Oktave 2'
70% Zinn
5.Quinte 1 1/3'
70% Zinn
II.Manual Hinterwerk
Tonumfang C-f''' (54 Töne)
6.Holzgedackt 8'
Eiche
7.Gemshorn 4'
60% Zinn
8.Waldflöte 2'
60% Zinn
9.Sesquialter 1-2f.
Tremulant
60% Zinn mit Vorabzug 2 2/3' ab c° 2-fach.
Pedalwerk
Tonumfang C-f' (30 Töne)
10.Subbass 16'
aus Kiefer
11.Gedacktbass 8'
aus Kiefer
Koppeln: II/I, I/Ped., II/Ped.
Neubau Bordesholm, Friedhofkapelle 2004
Diese Truhenorgel lässt sich durch einfache Hebelumlegung in sekundenschnelle einen halben Ton höher oder tiefer transponieren. Die Klaviatur ist auf Rollen gelagert und lässt sich komfortabel einfahren.
Um einen grundtönigen und vollen Klang zu erreichen, sind die Pfeifen relativ weit mensuriert. Deshalb wurde bei diese Truhenorgel nicht der Schwerpunkt auf räumliche Kompaktmaße gelegt, sondern auf klangliche und optische Bedürfnisse.
Die Faltenbalganlage mit Gebläse befindet sich in der Orgelbank und läuft geräuscharm. Außerdem wird dadurch das Pfeifenwerk vor der Motorabwärme geschützt und bleibt stimmstabil.
Das Gehäuse ist aus feinstem Kirschenholz in Rahmen und mit freihängenden Füllungen in ausgesuchter, lebendiger Fladerungen, die durch den Auftrag von einem Öl-Wachsgemisch besonders herausgearbeitet wird.
Disposition
I.Manual Hauptwerk
Tonumfang C-f''' (54 Töne)
1.Holzgedackt 8'
Kiefernholz
2.Rohrflöte 4'
C-H aus Kiefer ab c° aus 40% Metall
3.Gemshorn 2'
C-H aus Birnenholz ab c° 60% Zinn
4.Quinte 1 1/3'
60% Zinn
Transponiervorrichtung 1 HT. tiefer und 1 HT. höher
Bei Bedarf kann die Orgel mit einem angehängten Pedal versehen werden.
Neubau einer mobilen Modulorgel
in der Pauluskirche Kiel 2005
Die neue Chororgel der Pauluskirche in Kiel ist nicht nur im klanglichen und optischen anrührend, sondern sie ist auch mit technischen Details ausgestattet, die sie vielseitig einsetzbar macht:
1.Diese neuentwickelte Orgel besteht aus zwei voneinander unabhängigen Werken, die auch einzeln gespielt werden können, weil jedes Teilwerk über eine eigene Windversorgung verfügt.
2.Ein Pedalwerk mit einem Subbass 16' und einem Gedackt 8' kann auch ohne großen Aufwand nachträglich angebaut werden.
3.Sie steht auf einem Podest und lässt sich leicht verschieben.
4.Die Truhenorgel lässt sich in sekundenschnelle von nur einer Person auskoppeln und auf den Transportwagen fahren, mit dem die Truhe dann befördert werden kann.
5.Auf die Disposition und die optische Gestaltung dieser Orgel kann Einfluss genommen werden und das bietet den Kirchengemeinden einen großen finanziellen und planerischen Spielraum. Denn so kann z. B. die Anschaffung dieser Orgel in größeren zeitlichen Abschnitten geplant werden.
6.Aufgrund der innovativen Transponiereinrichtung lässt sich nicht nur die Truhe, sondern beide Manuale um einen Halbton transponieren.
Dispositionsvorschlag:
I.Manual Truhenorgel
Tonumfang C-f''' (54 Töne)
1.Holzgedackt 8'
aus Red Ceder Holz
2.Rohrflöte 4'
aus Red Cedar
3.Waldflöte 2'
60% Zinn C-H in Holz gedackt
4.Quinte 1 1/3'
70% Zinn
Transponiervorrichtung 1 HT. tiefer und 1 HT. höher